Sarah Wissing

Sarah (22) ist in diesem Jahr zum zweiten Mal in Büchel und freut sich auf den gemeinsamen Protest mit anderen Menschen.

Interview mit Sarah Wissing, Medizinstudentin aus Homburg.

Warum engagierst du dich für nukleare Abrüstung?

Die humanitären Folgen des Einsatzes von Atomwaffen wären verheerend. Unzählige unbeteiligte Zivilisten würden sofort versterben, den Überlebenden und Verletzten könnte durch die zerstörte Infrastruktur keine Hilfe mehr geleistet werden. Dazu kommen die Langzeitschäden für Mensch und Umwelt durch ionisierende Strahlung. Das Leid, das der Abwurf einer einzigen Atombombe verursacht würde ist enorm, der Einsatz mehrerer Bomben hätte fatale Folgen für den Planeten und die gesamte Menschheit, deswegen erachte ich das Verbot von Atomwaffen als essentiell. Die Sicherheit eines Landes durch eine Massenvernichtungswaffe schützen zu wollen ist paradox. Das Drohen des Einsatzes verleitet den Gegner dazu ebenfalls Atomwaffen besitzen zu wollen, um nicht unterlegen zu sein.

Die Tatsache, dass Atomwaffenstaaten, und auch Deutschland durch die nukleare Teilhabe seine Macht demonstrieren wollen ist Ergebnis eines historisch gewachsenen Konflikts. Ich bedauere, dass das Streben nach Macht, auf der Basis von Androhung von Leid, größer ist als das Streben nach Ansehen durch wohlüberlegtes und friedfertiges Handeln. Nur durch ein globales verbindliches Verbot von Atomwaffen kann dieser Teufelskreis der Machtdemonstration durchbrochen werden. Hinzu kommt: Atomwaffen sind teuer. Trotzdem allgemein bekannt ist, dass ihr Einsatz katastrophal Folgen hätte wird weiter an Atombomben festgehalten und Milliarden in ihre Instandhaltung und Modernisierung investiert. Dieses Geld fehlt an anderer Stelle und könnte für verbesserte Verhältnisse im eigenen Land oder auch zur Krisenprävention und Friedensarbeit eingesetzt werden.

Warum bist du bei ICAN/IPPNW aktiv?

Die IPPNW und ICAN bieten die Möglichkeit aktiv für eine friedlichere Welt einzutreten. Auch, wenn der Beitrag jedes Einzelnen gering ist, so kann man doch gemeinsam und mit Hartnäckigkeit auf Missstände aufmerksam machen.
Zudem bietet mir die IPPNW Lokalgruppe eine Möglichkeit mich mit Anderen über aktuelle welt- und friedenspolitische Geschehnisse auszutauschen und mich mit Dingen außerhalb des Studiums zu beschäftigen.

Was bedeutet Büchel für dich?

Als ich vor einigen Jahren das erste Mal von Büchel hörte wusste ich nicht, dass dort amerikanische Atombomben gelagert sind. Aber Büchel macht das abstrakte Thema Atomwaffen greifbarer und verdeutlicht, dass es nicht nur weltpolitisch von Bedeutung ist. Das militärische Gebiet inmitten der idyllischen Landschaft ist ein Sinnbild für die schlummernde Gefahr, die von den dort lagernden Atombomben ausgeht. Außerdem zeigen die dortigen Mahnwachen und Demonstrationen Zusammenhalt, da man auf Menschen ganz unterschiedlichen Alters trifft, die sich für eine atomwaffenfreie Welt einsetzen.

Wie sieht dein Engagement für nukleare Abrüstung vor und nach Büchel aus? Wie bist du aktiv?

Zusammen mit meiner Lokalgruppe versuche ich, das Thema nuklearer Abrüstung etwas mehr in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken. So haben wir beispielsweise öffentliche Vorträge an der Uni organisiert. Aktuell arbeiten wir an der Unterzeichnung des ICAN-Städteappells und versuchen das Engagement bei der IPPNW und ICAN für mehr junge Menschen attraktiv zu machen.